Künstlerische Denk- und Handlungsweisen sind stets mit Erkenntnisinteressen verbunden. Sie können untersuchenden Charakter haben und sich in räumlichen oder situativen Anordnungen verwirklichen. Nicht selten sind sie darauf aus, mittels spielerischer, spekulativer oder subversiver Entwürfe Aspekte der Wirklichkeit zu entdecken und erfahrbar zu machen, die dem Alltag und den Wissenschaften gleichermaßen verborgen bleiben. Dieses sondierende und Wissen verhandelnde Potential der performativen Künste steht im Fokus der Szenischen Forschung an der Ruhr-Universität Bochum.
Der praxisorientierte Masterstudiengang Szenische Forschung wurde 2012 am Institut für Theaterwissenschaft gegründet, um dem künstlerisch-wissenschaftlichen Nachwuchs in Nordrhein-Westfalen einen Raum zu bieten. Er zeichnet sich durch eine besondere Interaktion von Theorie und Praxis aus, indem er theater- und kulturwissenschaftliche Seminare durch künstlerische, kunstbegleitende und kuratorisch ausgelegte Veranstaltungsformate ergänzt.
Der Studiengang wird geleitet von Prof. Dr. Sven Lindholm (Hofmann&Lindholm), unterstützt wird er von Dr. Robin Junicke. Begleitet wird die Lehre von der wechselnden Christoph-Schlingensief Gastprofessur für Szenische Forschung (seit 2015 gefördert von der Kunststiftung NRW), die bereits an folgende international tätige Größen vergeben wurde: Hans-Werner Krösinger (2012), Sebastian Bark und Johanna Freiburg / She She Pop (2013), Claudia Bosse / theatercombinat (2014 und 2019/20), Helgard Haug und Stefan Kaegi / Rimini Protokoll (2015), Laurent Chétouane (2016/17), Antonia Baehr (2017/18), Boris Nikitin (2018/19), Robin Arthur / Forced Entertainment (2020/21), Kate McIntosh (2021/22), Nature Theater of Oklahoma (2022/23), Daniel Kötter (2023/24) und Marta Górnicka (2024/25), Rabih Mroué und Lina Majdalanie (2025/26).
Ab dem WS 2018 / 2019 vergibt die Szenische Forschung zudem gemeinsam mit der Kunststiftung NRW kontinuierlich die einsemestrige Christoph Schlingensief-Dozentur an herausragende, in Nordrhein-Westfalen beheimatete Künstler*innen. Eingeladen werden konnten bisher:
Der Studiengang Szenische Forschung kooperiert zudem mit Theatern und Produktionshäusern in der Region (darunter FFT Düsseldorf, PACT Zollverein, Ringlokschuppen Ruhr, Tanzhaus NRW, Theater im Depot, Schauspielhaus Bochum, Prinz Regent Theater). Das Lehrangebot im Bereich Geschichte, Theorie und Ästhetik der Szenischen Künste sowie der interdisziplinären Lehreinheiten wird von den Lehrenden des Instituts für Theaterwissenschaft sowie der Institute für Medien- und Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Pädagogik angeboten.
Mehr Infos findest du auf der Webseite des Studiengangs.
Das Studium der Szenischen Forschung gliedert sich in drei theoriegelenkte und vier praxisnahe Module sowie ein Examensmodul. Das Studium wird wahlweise mit einer schriftlichen Arbeit oder mit einem praktischen Projekt – wie z.B. einer Bühnenarbeit, einer Videoinstallation oder einem Festival – abgeschlossen.
Das Modul Kuratorisches Wissen und Produktionsleitung vermittelt Kompetenzen in den Bereichen Herstellung und Produktion szenischer Arbeiten, Festivalorganisation, Planung, Kulturmanagement, Öffentlichkeitsarbeit sowie Gestaltung im städtischen Raum. Ausgewiesene Persönlichkeiten aus den entsprechenden Berufsfeldern machen die Studierenden im Rahmen eines Lehrauftrags mit relevanten Methoden und Arbeitsweisen vertraut.
Im engen Zusammenhang mit dem Lehrangebot des Instituts für Theaterwissenschaft vermitteln die Module Dramaturgie und Geschichte Szenischer Künste sowie Theorie und Ästhetik Szenischer Künste historische, theoretische und ästhetische Inhalte. Die entsprechenden Lehrveranstaltungen vertiefen die Kenntnisse der Studierenden in zentralen Gegenstandbereichen der Theaterwissenschaft.
Im engen Zusammenhang mit dem Lehrangebot des Instituts für Theaterwissenschaft vermitteln die Module Dramaturgie und Geschichte Szenischer Künste sowie Theorie und Ästhetik Szenischer Künste historische, theoretische und ästhetische Inhalte. Die entsprechenden Lehrveranstaltungen vertiefen die Kenntnisse der Studierenden in zentralen Gegenstandbereichen der Theaterwissenschaft.
Zusätzlich belegen die Studierenden im Modul Interdisziplinäre Einheiten Seminare aus angrenzenden Fächern, bevorzugt aus der Kunstgeschichte, Medienwissenschaft, Pädagogik und Philosophie.
Das Modul Technische Kompetenzen sieht die Einführung in bühnenspezifische Techniken vor. Die Studierenden erhalten Basiswissen im Umgang mit Licht, Bühnenraum, Requisite, Kostümgestaltung sowie audiovisueller Technik.
Im Modul Szenischen Projekt I erforschst du anhand einer gemeinsamen Inszenierung szenische Praktiken, ästhetische Strategien und Präsentationstechniken. Angeleitet wird die Lehrveranstaltung von einer*einem Künstler*in im Rahmen der jährlich neu zu vergebenen Christoph-Schlingensief-Gastprofessur. Ergebnisse des Szenischen Projekts werden öffentlich präsentiert – sei es im Proberaum des Instituts oder auf der Bühne eines der mit dem Institut kooperierenden Theaterhäuser.
Das Szenische Projekt II (10 CP) dient der individuellen Vertiefung und fordert von den Studierenden die Konzipierung bzw. Realisierung eines eigenen Projektes. Es erlaubt ihnen, die im Studium erworbenen Kenntnisse auf berufsrelevante Tätigkeitsfelder zu übertragen und selbständig getroffene Entscheidungen in konkreten Arbeitsabläufen zu erfahren. Die Lehrveranstaltungen des Examensmoduls fördern schließlich die eigenständige Entwicklung von theoretisch-analytischen resp. praktischen Ansätzen und geben Raum, die entsprechenden Ideen darzulegen und zur Diskussion zu stellen. Vorbereitet wird diese Art des Reflektierens von eigenen und fremden Arbeiten sowie der Austausch darüber während des gesamten Studienverlaufs im wöchentlich stattfindenden Praxiskolloquium.
Die Prüfungsordnung regelt die grundlegende Struktur des Studiengangs (z.B. die angebotenen Module oder die Zulassung zu Studium und Prüfung). Sie wird bisweilen geändert; in der Szenischen Forschung gelten derzeit zwei Prüfungsordnungen. Man studiert automatisch nach der Prüfungsordnung, welche zum Zeitpunkt des Studienbeginns aktiv war. Studierende, die in die neueste Version der Prüfungsordnung wechseln wollen, müssen sich hierzu an das Studierendensekretariat in der Universitäts-Verwaltung wenden.
Das Modulhandbuch regelt, wie Module zusammengesetzt und abgeschlossen werden müssen und wie viele Kreditpunkte (CP) für ein erfolgreich abgeschlossenes Modul vergeben werden. Es erklärt, welche und wie viele Veranstaltungen zu einem Modul zusammengefasst werden können und welche Anforderungen daran geknüpft sind. Die im Modulhandbuch aufgezeigte Struktur ist verpflichtend, wohingegen der in den Studienverlaufsplänen aufgezeigte Ablauf nur einen Empfehlungscharakter hat.