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© Karina Rocktäschel

Dr. des.

Karina Rocktäschel

Awareness-Ansprechperson

Ruhr-Universität Bochum
Institut für Theaterwissenschaft
Universitätsstr. 150
44801 Bochum
Raum: GB 3/33

Telefon: +49 234 32 18097
E-Mail: karina.rocktaeschel@ruhr-uni-bochum.de

Sprechstunde: Bitte vorher per Email anmelden.

Karina Rocktäschel ist seit Oktober 2025 wissenschaftliche Mitarbeiterin (postdoc). Zuvor war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin (praedoc) an der FU Berlin im Sonderforschungsbereich 1171 Affective Societies tätig. Ihre Dissertation „SPEKTREN DER IMMERSION: Analysen von Sorgepraktiken für ein ‚Andersmachen‘ des Zusammenlebens im Zeitalter biopolitischer Gouvernementalität“ untersucht Sorgepraktiken in immersiven Theater- und Performanceformaten. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass diese divergenten Formate als relationale Begegnungen gestaltet sind. In insgesamt neun Fallstudien – von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart – analysiert die Arbeit, wie solche Formate Sorgepraktiken entfalten oder in ihrem Anspruch auf Sorgsamkeit scheitern können. Sorge wird dabei, in Anlehnung an feministische Forschung, zunächst als Konzept zur Beschreibung der Reproduktion von Leben verstanden. In ästhetischen Zusammenhängen umfasst der Begriff jene Praktiken und Arbeiten, die Beziehungen, Relationen und Bindungen zur sozialen Welt herstellen, verändern oder reparieren. Sorge zeigt sich so als performative Praxis der Weltherstellung und positioniert sich quer zu traditionellen ästhetischen Theorien, die Ästhetik vor allem als spezifische subjektive Erfahrungsweise von Welt begreifen. Die Dissertation erscheint 2026 im Neofelis Verlag als Open Access unter dem Titel „Relationale Begegnungen und Sorge“.

In ihrem Postdoc-Projekt knüpft Karina an grundlegende theoretische Setzungen ihrer Dissertation an, erweitert den Untersuchungsrahmen jedoch deutlich. Im Mittelpunkt steht die Analyse von Erinnerungen an gewaltvolle Vergangenheit(en), die mithilfe des Konzepts der vulnerablen Erinnerung untersucht werden. Dabei rückt insbesondere das Verhältnis von Gewalt und Vulnerabilität in performativen Formaten in den Fokus. Zugleich wird die Schwierigkeit – wenn nicht gar Unmöglichkeit – von Heilung oder Wiedergutmachung thematisiert. Der Schwerpunkt liegt auf pluralen und multidimensionalen Erinnerungen an Geschichte, Krieg sowie sexualisierte Gewalt. Gefragt wird, welche Formen von Negativität Erinnerungen eingeschrieben sind und inwiefern daraus ein Widerstandspotenzial gegenüber normativen Erinnerungspraktiken und den damit verbundenen Affektökonomien erwachsen kann. Anhand exemplarischer Analysen zielt das Projekt darauf ab, die kulturwissenschaftliche Relevanz vulnerabler Erinnerungen herauszuarbeiten.

Grundsätzliches Ziel von Karinas Forschung ist es, den Begriff der Performativität zu reaktualisieren, seine kontextspezifischen Bedeutungen offen zu legen und unterschiedliche Modi von Performativität zu analysieren. Im Rahmen des Projekts wird sie auch das Konzept einer negativen Performativität bearbeiten und dessen theoretische Möglichkeiten ausloten. Zugleich zielt ihre Arbeit darauf, sowohl das Verhältnis von ästhetischem Denken und Performativität als auch jenes von Performance und Performativität theoretisch zu präzisieren und politisch neu zu akzentuieren.

Gemeinsam mit Sandra Biberstein leitet sie die neue Reihe Performativität – Politik – Feminismus.

Ästhetik und Performativität: Performance und Performativität // Ästhetisches Denken und Kritik der Ästhetischen Theorie

Politiken des Performativen: Queer-feministische Performance- und Theaterformate // Sorgepraktiken und ihre Grenzen // Affekte und Emotionen

Erinnerung, Kritik und Zukunft: Erinnerungen in performativen Formaten // Kritiken des Anthropozentrismus // Dekoloniale und postkoloniale Kritik

Performativität und Gewalt: Darstellungen von sexualisierter Gewalt, Krieg und Gewaltgeschichte // Repräsentation und (Nicht-)Reproduktion von Gewalt

Performativität und Negativität: Widerstand und Verneinung // Negativität in Philosophie, Queer Studies, Postcolonial & Black Studies

Postdoc-Projekt: "vulnerable Erinnerungen" (AT)

SoSe 2026

  • „Begleitseminar zur Vorlesung Performance-Theorie“ am Institut für Theaterwissenschaft RUB Bochum
  • „Lust auf Begehren – und das Begehren nach Anerkennung“ am Institut für Theaterwissenschaft RUB Bochum

WiSe 2025/2026

  • „Begleitseminar zur Vorlesung Einführung Theatergeschichte“ am Institut für Theaterwissenschaft RUB Bochum
  • „Queer-feministische Theorie und künstlerische Praxis: Einführung in queer-feministische Performance und in queer-feministisches Theater“ am Institut für Theaterwissenschaft RUB Bochum

WiSe 2022/2023: 

  • „Spektren der Immersion“ am Institut für Medienwissenschaft, Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig

SoSe 2022: 

  • Übung/Reflexionsformat im Rahmen des Campus des Performing Arts Festivals Berlin

WiSe 2021/2022: 

  • „Undoing Mastery“ am Institut für Theaterwissenschaft, FU Berlin (mit Theresa Schütz)

WiSe 2020/2021: 

  • „Feminismus für die 99%“ am Institut für Theaterwissenschaft, FU Berlin (mit Juliane Gorke)

SoSe 2019: 

  • „Performance und Technologie“ am Institut für Theaterwissenschaft, FU Berlin (mit Doris Kolesch)

SoSe 2017: 

  • „Immersive Theatre avant la lettre? Historische Vorläufer in den Künsten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ am Institut für Theaterwissenschaft, FU Berlin (mit Theresa Schütz)

Vorträge

  • Oktober 2025: “Towards a Political Theory of Resonance: On Performative Practices of Remembrance for a Pluralistic Democracy” im Rahmen der internationalen Konferenz “Performativity (ies) of Memory (ies), School of Education, Polytechnic Institute of Viana do Castelo, Portugal
  • Oktober 2025: “From Hegemonic Echo to Plural Resonance. Memory Practices in Performance and Theatre” im Rahmen der internationalen Tagung “Resisting the Backlash: Defending Intersectional, Decolonial, and Postcolonial Feminisms”, TU Dresden 
  • Februar 2025: „Relationality, Entanglement, and Immersive Performance: A Case Study of the Immersive Performance-Parcours Water & Coltan (2021)” im Rahmen der internationalen Konferenz „On New Materialism”, Universidad Complutense de Madrid, Spanien
  • Februar 2025: „Who cares about care? Über Sorgepraktiken in relationalen Begegnungen“ im Rahmen eines Workshops zu den Arbeiten von The Agency, Freie Universität, Berlin
  • Mai 2024: „On Tragedy and Caring Relations. Some thoughts around ‘After Tragedy’ based on my research project ‘Spectra of Immersion’“ im Rahmen der biennalen Konferenz des internationalen Forschungsnetzwerks „Performance Philosophy“, University of Austin, USA
  • Mai 2023: „How to Repair Theatre. Thoughts on Institutional Critique“ im Rahmen des Workshops „Theatre Debates: Institutions-Ethics-Politics”, FU Berlin, Deutschland (gemeinsam mit Jule Gorke)
  • Oktober 2022: „Queer-feministische Methode sucht nach Anschluss“ im Rahmen der Jahreskonferenz der GTW, FU Berlin, Deutschland
  • Oktober 2021: „Spektren der Immersion“ im Rahmen der Doktorand*innen-Tagung DIS(S)-CONNECT III - Wie Medien uns trennen und verbinden“, FU Berlin, Deutschland
  • Juli 2021: „Performing ecological crisis. Rethinking Performance“ bei der Jahreskonferenz der IFTR, University of Galway, Irland
  • Mai 2021: „Posthuman Immersion - Reflections on Digital Avatars and Figurations of the Human" im Rahmen der Tagung „Posthuman Mimesis“ der KU Leuven, Belgien 
  • April 2020: „Technoökologien der Immersion - Überlegungen zu den Performanzen in/um Virtual Reality“ beim Workshop „DIS(S)-CONNECT II - Wie Medien uns trennen und verbinden“ veranstaltet von der Universität Wien, Österreich
  • April 2019: „‘Psychedelische Architekturen‘ – Überlegungen zu den frühen Immersionsmaschinen“ bei der Tagung „DIS(S)-CONNECT I - Wie Medien uns trennen und verbinden“ an der JGU Mainz, Deutschland
  • November 2018: „Technologien der Immersion um 1968“ im Rahmen der Jahrestagung der GTW, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Deutschland
  • April 2018: Respondenz zum Vortrag des Theaterwissenschaftlers Adam Alston im Rahmen der Spring School „The Power of Immersion“ an der FU Berlin, Deutschland
  • Oktober 2017: Artist Talk mit dem schwedischen Performance-Kollektiv Bombina Bombast im Rahmen des 5. Branchentreffs der freien darstellenden Künste in Berlin, Deutschland
  • Juni 2017: „Performing the Non-Human” im Rahmen der biennalen Konferenz des internationalen Forschungsnetzwerks „Performance Philosophy“, Prag, Tschechien

 Organisierte Tagungen / Workshops

  • November 2023: „Archive von unten – über private Räume, lebendige Archive und Archivierung von QTIBIPoC Geschichte“ Workshop des Forschungsprojektes „After Accumulation“ in Berlin (gemeinsam mit Nina Tolksdorf)
  • Februar 2022: „Undoing Mastery“ Jahrestagung des Teilprojektes B03 des SFB 1171 Affective Societies in Berlin (gemeinsam mit Theresa Schütz und Doris Kolesch)
  • Oktober 2021: „Dis(s)-Connect III – Wie Medien uns trennen und verbinden“, interdisziplinäre Doktorand*innen-Tagung in Berlin (gemeinsam mit Hannah Schünemann, Kai Padberg, Thore Walch, Omid Abdolrahman)
  • November 2018: Panelorganisation und -leitung „Technologies of Immersion – Zu den Technologien und Techniken der Immersion” bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Theaterwissenschaft in Düsseldorf

Eine Auflistung aller Publikationen von Dr. des. Karina Rocktäschel steht hier zum Download zur Verfügung.

Auf- und Umräumen im eigenen Haus. Beiträge zur Dezentrierung der Theater/Wissenschaft, Hg. Karina Rocktäschel, Theresa Schütz, Doris Kolesch, thematisches Heft der Zeitschrift „Forum Modernes Theater“, 34 (2) 2023.
Lupe
Auf- und Umräumen im eigenen Haus. Beiträge zur Dezentrierung der Theater/Wissenschaft, Hg. Karina Rocktäschel, Theresa Schütz, Doris Kolesch, thematisches Heft der Zeitschrift „Forum Modernes Theater“, 34 (2) 2023.